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Studie: "Moneten-Macher" Private Banking Rating 2026

Wer hat die beste Lösung für die Bedürfnisse der Kunden?

Die Qualität einer Privatbank ist für externe Beobachter oft schwer zu beurteilen. Umso wichtiger ist ein fundierter, objektiver Bewertungsprozess. 

Im Rahmen des Private Banking Ratings 2026 des Wirtschaftsmagazins BILANZ kam folgendes Verfahren zum Einsatz: Mystery Shopping in Kombination mit einer fachlichen Evaluation durch eine Jury unter der Leitung von Prof. Thorsten Hens, Professor für Finanzmärkte am UZH Department of Finance. 

Ausgangssituation

"Ein im Thurgau lebendes Ehepaar, 2025 pensioniert, hat 3,5 Millionen Franken aus der Pensionskasse als Kapital bezogen. Sie wohnen schuldenfrei im renovierten Eigenheim. Aufgrund der Gesundheitssituation des Mannes sorgen sie sich um steigende Kosten. Ihr Ziel ist ein sorgenfreier Ruhestand mit inflationsbereinigtem Lebensstandard. Für den Lebensunterhalt planen sie jährlich CHF 80'000, finanziert durch AHV und Kapitalvermögen. Verbleibendes Vermögen soll später an die drei Kinder vererbt werden. Gesucht wird ein Beratungsmandat."

Die St. Galler Kantonalbank (SGKB), die Zürcher Globalance und die Thurgauer Kantonalbank (TKB) hatten sich mit besonders ausgeklügelten Angeboten in der Vorentscheidung durchgesetzt und wurden als Finalisten in die Endrunde eingeladen.  

Die Jury bewertete die eingereichten Vorschläge in vier zentralen Kategorien: 

  • Anlagestrategie 
  • Kostenstruktur 
  • Transparenz 

  • Umgang mit Risiken 

Gesamtsiegerin 2026: Thurgauer Kantonalbank (TKB)

Im aktuellen Rating ging die Thurgauer Kantonalbank (TKB) als Gesamtsiegerin hervor. Sie arbeitet mit einem Topfmodell: Der risikoärmste Topf mit Festgeldern sichert die Liquidität für die ersten fünf Jahre, ab dem sechsten Jahr übernimmt ein Obligationenportfolio mit Fokus Schweiz. Der dritte Topf zielt auf langfristiges Wachstum und investiert in Aktien, Immobilien, Gold sowie alternative Anlagen wie einen Hedgefonds-Index und eine Long-Short-Strategie. 

„Die 'Töpfe' sind wertvoll, um dem Kunden die Angst vor Schwankungen zu nehmen.“  
— Prof. Thorsten Hens 

Trotz konservativer Risikoklasse zeigt die TKB Fingerspitzengefühl und erhöht die Aktienquote leicht auf 30 % (statt 25 %), während der Obligationenanteil reduziert wird. Ergänzt wird das Portfolio durch Immobilien, alternative Anlagen und Liquidität. Insgesamt ergibt sich ein ausgewogener Vorschlag mit einer erwarteten Nettorendite von 2,4 % pro Jahr über zehn Jahre.  

Interview mit Prof. Thorsten Hens

Herr Prof. Hens, seit dem letzten Bilanz Private Banking Rating 2025 hat sich die Welt stark verändert. Welche Auswirkungen hatten diese Entwicklungen auf das diesjährige Rating?

Ja, geopolitische Risiken haben im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen und wirken sich entsprechend auf Anlagestrategien aus. Infolgedessen haben viele Banken beispielsweise Gold wieder verstärkt als strategische Anlage in ihre Empfehlungen aufgenommen.

Die Studie zeigt, dass weiterhin viel in Schweizer Unternehmen investiert wird. Wie beurteilen Sie "mutigere" Investitionen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Emerging Markets?

Korrekt, in unsere Studie sehen wir, dass die meisten Anlagevorschläge eher konservativ ausgerichtet waren. Globalance wurde jedoch unter anderem deshalb zur besten Privatbank gekürt, weil sie gezielt global in Zukunftstechnologien investiert.

Welche Rolle spielt ESG derzeit im Private Banking?

ESG spielte in diesem Jahr keine zentrale Rolle. Einerseits haben die Kunden kaum explizit nachhaltige Anlagen nachgefragt, andererseits ist auch auf Seiten der Banken derzeit eine gewisse Zurückhaltung beziehungsweise Gegenwind spürbar.

Ein wiederkehrendes Thema sind Gebühren und Transparenz. Wie stellt sich die Situation aktuell dar?

In diesem Jahr stand vor allem der Wettbewerb um attraktive Konditionen im Vordergrund und weniger die Differenzierung über Themen wie ESG oder alternative Anlagen. Die Kunden hat es gefreut, da sie ihre bestehenden Konditionen bei ihrer Bank stark reduzieren konnten.

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